Der Heilungsprozess

Namaste und herzlich Willkommen zu Davesyndrom.

Ich befinde mich in einem Zustand der absoluten Verlorenheit, tausende Gefühle, Gedanken jagen durch mein Wesen, ohne in der Lage zu sein, diese zu teilen. Ich befinde mich in einer Konfliktsituation. Wie lerne ich, in Konfliktsituationen nicht zu verstummen? Wie habe ich meine anderen toxischen Verhaltensmuster eliminiert? Woraus besteht überhaupt der Heilungsprozess? Gibt es eine universelle Formel?

Mit dieser Einleitung, möchte ich euch in den heutigen Blog-Post «Der Heilungsprozess» begleiten.

Meine Philosophie, meine Moral, besteht daraus, ein guter Mensch sein zu wollen.
Derzeit lerne ich zu akzeptieren, dass ich diese Einstellung nicht immer gerecht werden kann.
Seelisch tut es mir weh, solch eine innere Einstellung zu haben, obschon ich diese nicht immer gerecht werden kann. Manchmal sind mir meine Handlungen gar nicht bewusst und ich merke erst zu einem späteren Zeitpunkt, dass ich einem Menschen Leid angetan habe, obwohl ich das nicht wollte.

Für mich ist die Grundlage ein guter Mensch zu sein das tiefe Bedürfnis zu haben, nicht schaden zu wollen. Für mich bedeutet das meinem Gegenüber mit Anstand & Respekt zu begegnen, wobei die Kommunikation, stets auf gleicher Augenhöhe ist. Manchmal vergesse ich aber auch, dass nicht alle Menschen diese Wertevorstellungen haben (was nichts verwerfliches ist), denn noch frage ich mich, wieso dem nicht so ist? Ist es egoistisch von mir dies von meinem Mitmenschen zu erwarten? Darf man so etwas erwarten?

Mir ist doch klar, dass es viele Faktoren darüber gibt, wie man andere behandelt: eigene Gefühle, Probleme, nicht geheilte Wunden usw. Manchmal bin ich doch genauso, dass ich meine Wertevorstellungen breche…

Schaue ich in meinen Heilungsprozess zurück, welche ich mich nach Beginn meiner Depression im Jahr 2020 gewidmet habe, bemerke ich, dass ich grosse Fortschritte gemacht habe. Ich bin nicht mehr der gleiche, der ich einmal war. Ich bin ruhiger, mehr in mich gekehrt, nehme mir gerne meine Zeit und versuche Konflikte in Erster Linie zu meiden, währenddessen ich probiere meine Mitmenschen zu respektieren. Auch in der Liebe sind meine toxischen Verhaltensmuster wie bspw. Eifersucht wie vom Erdboden verschluckt – darüber bin ich sehr froh. Es steht doch nun nichts mehr im Weg? Wie konnte ich andere Verhaltensmuster durch den Prozess eliminieren und wieso diese nicht? Bin ich geheilt?

Nein. Mir wurde erst kürzlich wieder bewusst, dass hier noch einige Baustellen sind, an denen ich arbeiten will – welche mir vorher nicht mehr klar gewesen waren, da ich mich nicht mit dem auseinandersetzen musste und ich solche Situationen grundsätzlich meide; das verstummen in Konfliktsituationen. Eine Bewältigungsstrategie, eine Virus, mit welchem ich mich infiziert habe. Hatte ich mich als Kind in einer brenzligen Konfliktsituation, in Form häuslicher Gewalt, zur Wehr gesetzt und meine Gefühle zum Ausdruck gebracht, mit der Intention diese zu schlichten, wurde ich dafür bestraft. Bestraft mit der Erhebung der Stimme meines Gegenübers oder häuslicher Gewalt. Je älter ich wurde und ich die Situationen auch ausserhalb meines sozialen Umfelds erlebte, hat es mein Unterbewusstsein zur Eigenschaft gemacht; einfach nichts zu sagen.

Wie gehe ich nun also vor? Ich probiere mal einzuordnen…

Eine universelle Formel für die Heilung eines Menschen, das gibt es meiner Meinung nach nicht, hier sind die Unterschiede auf biologischer, seelischer Ebene und vom erlebten einfach zu unterschiedlich – diese Frage in der Einleitung beschrieben, können wir abhaken. Dasselbe gilt auch für das Bedürfnis, sich dem Heilungsprozess zu widmen.

Es mag schon sein, dass die Thematik wie bspw. Körperlicher oder Psychischer missbrauch, schlechte Kindheit usw. dieselben sind, die Situation sowie das Erleben aber ganz unterschiedlich.

Für alles wird es irgendwie Erklärungen & Lösungsansätze geben sich zu heilen, ob diese aber auf einen selbst zu treffen, kann man nur durchs probieren erfahren. Ob man es nun mit Ernährungsumstellung, Yoga, Meditation, Therapie oder Medikamente (um nur einige im Munde gängige Methoden aufzuzählen) probiert, wird jeder, welcher sich mit seiner Heilung auseinandersetzt, selbst entdecken. Da es wie bereits oben erwähnt, nach meiner Ansicht nach, keine universelle Formel gibt. Der Heilungsprozess ist etwas sehr intimes und sehr individuelles. Denn noch bin ich der Meinung, dass das folgende eine solide Basis sein könnte.

Bau auf den Sachen auf die dir gut tun und meide Sache  die dir nicht gut tun. Dies ist meiner Meinung nach eine solide Basis. Diese Sachen zu erkennen sind nicht ohne, wir reden hier über Verhaltensmuster, soziales Umfeld, Konsum, Abhängigkeiten usw. deren Einfluss – ob positiv oder negativ – man erst einmal erkennen muss.

Es ist nicht immer einfach zu erkennen, was einem nicht gut tut, manchmal wissen wir es aber auch und entscheiden uns denn noch für das “schlechte” – wieso der Mensch Sachen macht, die ihm schaden? – ist in den Sternen geschrieben. Das erkennen ist das eine, die Umsetzung die Andere. Es braucht enorme Energie sich den Sachen zu stellen, manchmal kann es den Eindruck erwecken, dass es nutzlos ist, da man den Prozess anfangs vielleicht noch nicht erkennt, bleibt man aber dran und blickt dann zeitlich zurück, so wird man meist erkennen, dass es sich in jedem Falle gelohnt hat, wieso? Weil man es für sich selbst, und niemand anderen gemacht hat. Dies sollte der Kern sein, dass das Wollen dieser Veränderung von innen kommt.

Die Heilung ist ein langwieriger Prozess – der Sich in jedem Falle lohnt, und in jedem Falle kein Szenario der Unmöglichkeit ist. Es ist ein langer, schwieriger und gleichzeitig ein wunderschöner Prozess; da man sich so auf eine ganz tiefe Ebene neu kennenlernt und formt; die Möglichkeit als Mensch zu wachsen.

Für meine persönliche Situation heisst das aber nun auch, dass ich mich Konflikten wieder Schritt für Schritt, situationsgerecht, stellen werde und vor allem aber gedankliche Reisen mache, in Form der Mediation «It’s you vs you». So hatte ich es auch bei den anderen Bausteinen gemacht: Ich investiere nun wieder mehr Zeit für meinen Heilungsprozess und mit mir selbst. Hier mache ich gerne begleitete Mediationen, welche sich dabei unterscheiden an absolut nicht zu denken und mein spirituelles Wesen zu spüren oder, sich durch die begleitete Mediation direkt meinen persönlichen Baustellen, durch gedankliche Reisen und Sortierung zu widmen. Auf YouTube gibt es unzählige davon, mein Favorit ist aber: Michael Sealey.

Der Kreis wird sich wieder schliessen. Lerne ich mich selber lieben, lerne ich meine für mich definierten Verhaltensmuster zu eliminieren, so werde ich auch für meine Mitmenschen ein besserer Mensch sein können und dem Zweck der Heilung sowie der Glückseligkeit immer einen Schritt näher kommen.

Von heute auf morgen wird man die Dinge oftmals nicht ändern können. Die Kunst ist hier, die Akzeptanz dafür zu haben, dass dies Zeit braucht und der Weg der Heilung als einen kolossalen Prozess wahrnimmt – das lerne ich heute. Auch ist der Heilungsprozess nicht nur ein Prozess des Heilens, sondern auch des Lernens – das schöne daran ist, dass jeder Mensch in der Lage ist, dies zu tun.

Die Heilung – so glaube ich – ist ein essenzieller Bestandteil unserer Spezies Mensch. Unabhängig davon was geheilt werden muss, ist das schöne darin zu erkennen, dass wir Zeit, Gefühle und Emotionen investieren, um ein erfüllteres Leben für uns selbst und unseresgleichen zu führen.
Tief drinnen bin ich davon überzeugt, dass jeder Mensch solch einen Heilungsprozess in seinem Leben durchlaufen sollte und seine Existenz im weitesten Sinne, so tief wie möglich hinterfragen sollte.

Falls du dich gerade in deinem Heilungsprozess befindest, so wünsche ich dir auf deinem weiteren Wege viel Kraft und Energie – du schaffst das.

Cheers.