Die dünne Linie zwischen Optimismus, Pessimismus und Realismus / The thin line between optimism, pessimism and realism (GER/ENG)

Hallo und willkommen zurück zu Davesyndrom.

Davesyndrom wird ab jetzt auf Deutsch sowie auf Englisch verfasst. Den englischen Beitrag findet ihr weiter unten.

Heute widmen wir uns den Persönlichkeitseigenschaften von Optimismus, Pessimismus und Realismus. Insbesondere möchte ich euch die dünne Linie zwischen Optimismus, Pessimismus und Realismus beschreiben. Hierbei handelt es sich um meine Wahrnehmung und Gedankengänge hinsichtlich dieses Themas.

Meiner Meinung nach bilden sich Persönlichkeitseigenschaften und Grundhaltungen wie, Optimismus, Pessimismus und Realismus aufgrund verschiedener Faktoren, welche einen grossen Einfluss darauf haben, wie ein Mensch einer Sache, einer Situation oder dem Leben begegnet:

-Die Erfahrungen: Hatte ich im Leben viel Glück, hatte ich im Leben viel Pech?
-Die Erziehung: Hatte ich viel Liebe und Zuneigung erfahren oder hatte ich Wut oder gar, Gewalt erlebt?
-Die Reaktion: Hatte ich gute Intentionen und eine positive Rückmeldung erhalten oder hatte ich gute Intentionen aber eine negative Rückmeldung erhalten?
-Die mentale Gesundheit: Bin ich glücklich? Bin ich traurig?
-Das Umfeld: Habe ich ein Umfeld, welches mich fördert oder habe ich ein Umfeld, welches mich runterzieht?
-Der tägliche Medienkonsum: zeigt mir der tägliche Medienkonsum die schönen oder doch eher die negativen Ereignisse auf der Welt? Bad news are good news.

Diese Eigenschaften sind eigentlich nichts anderes als die innere Einstellung und Erwartungshaltung, welche man gegenüber Menschen, Situationen und Lebensumstände hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Eigenschaften nicht durch die Geburt der Seele entstehen, sondern sich aufgrund der oben genannten Punkte im Laufe des Lebens entwickeln.

«Ich bin weder optimistisch, pessimistisch oder realistisch; nur weil ich so bin, wie ich bin.» Die Einstellung “so bin ich nun mal, nimm es oder lass es” ist immer noch ein Zeichen von Unreife. Als Erwachsener ist es deine Aufgabe, herauszufinden, welche deiner Eigenschaften toxisch sind und sich negativ auf andere Menschen und diejenigen, die du liebst, auswirken, und schließlich zu lernen, wie man sie beheben kann. Irgendwann müssen wir alle anfangen, uns zu besseren Menschen zu machen. Wenn du wirklich glaubst, dass du nichts an dir ändern musst, und sei es auch nur das wenigste Schlimmste in dir, dann bist du noch ein Kind.
Ich glaube fest daran, dass diese Eigenschaften auch gewandelt werden können, es ist möglich, vom Pessimisten zum Optimisten zu werden. Die Frage stellt sich nur wie? Wie verändere ich meine Persönlichkeitseigenschaften und meine Erwartungshaltungen?

Wie werde ich vom Optimisten zum Pessimisten und umgekehrt?
Nehmen wir an, ich hatte bisher keine negativen, prägende Ereignisse in meinem Leben erlebt und das Schicksal meinte es bisher immer gut mit mir. Ich habe ein gutes Umfeld, eine Familie, welche mir viel Liebe und Zuneigung gibt und Leute, welche mir Kraft geben. Das Leben läuft gut, ich erreiche die Ziele, welche ich mir vornehme – es gibt keinen Grund, pessimistisch zu denken.
Eines Tages wache ich auf und mein Umfeld dreht mir ohne erkennbaren Grund den Rücken zu, meine Freunde distanzieren sich von mir, eine Person, welche mir nahe stand verstirbt, ich verliere meinen Job und mein Lebenspartner trennt sich von mir. Vom Optimisten nähere ich mich aufgrund oben genannter Faktoren immer mehr zum Pessimisten – das Leben meint es nicht mehr gut mit mir, wieso sollte ich also eine optimistische Grundhaltung haben? – ich sehe die Zukunft als einen dunkeln Ort und zweifle am positiven. Ich glaube wir haben alle bereits ältere Menschen kennengelernt, welche wir als eher negativ wahrnahmen; sie beklagen sich immer, erzählen nur vom negativen usw. Wieso? Sie haben das Leben durch, oftmals ist das Altern nicht schön. Man wird krank, man erlebt vermehrt Todesfälle, das Geld von der Rente reicht nicht usw. Anstatt das ganze Lebens zu fokussieren und das gute wie auch die schlechten Erfahrungen zu reflektieren, sehen sie nur noch das negative.

Drehen wir aber diese Beispiele um, so könnte man aber meinen, dass der Weg zum Optimisten auch so einfach erscheint? Dem ist aber meiner Meinung nach nicht so.

Ich glaube, dass es leichter erscheint, ein Pessimist zu werden, als ein Optimist. Negative Erfahrungen wiegen irgendwie einfach mehr – nicht? So haben wir doch die negativen Sachen mehr in Erinnerung als die positiven.
Ich glaube die Wandlung vom Pessimisten zum Optimisten benötigt viel tiefe Arbeit mit sich selbst, dies wiederum ändert unsere Wahrnehmung auf unsere Welt und sich selbst. Man muss lernen mit seiner Vergangenheit und die Faktoren, welches zu einer negativen, pessimistischen Grundhaltung geführt haben, zu verarbeiten, erarbeiten und schliesslich abzuschliessen. Man muss lernen, dass man in diesem Leben nicht auf alles einen Einfluss haben kann und, dass man obschon man negatives erfahren hat, erkennt, dass das Leben etwas Schönes und Einzigartiges ist. Es gibt keine Anleitung, welches einem zeigt, wie man ein erfülltes Leben führt, es gibt keine Anleitung, wie man glücklich wird, jedoch kann man mit der Arbeit an seinem Gedankengut; Berge bewegen. Unsere Gedanken, so glaube ich, kann man mit einem Garten vergleichen; füttere ich es trotz negativ Erfahrungen mit guten Wörtern, Taten und Intentionen, so blühen diese auf. Je mehr man positives pflanzt, desto mehr entwickelt es sich zu einer Persönlichkeitseigenschaft. Man muss etwas nur lange genug tun, bis es zu einer Routine oder zu einer Eigenschaft wird. Ich ertappe mich in Alltagssituationen immer wieder selbst mit negativen Gedanken und muss mir immer wieder selbst sagen, dass ich aufhören sollte. Ich muss mir immer wieder selber sagen, dass ich mich für Frieden entscheide.

Was ist nun aber mit Realismus?
Realismus beschreibt für mich, das logische Denken; 1+1=2
Ich nehme eine vergangene Erfahrung, begegne einer neuen Erfahrung und erkenne 1:1 die gleichen Muster. Dies wiederum resultiert sich darin, dass es für mich nur logisch ist, dass diese Situation wie die von mir bekannten Situation ausgeht. Meiner Meinung nach ist die Balance zwischen Optimismus und Realismus sehr wichtig zu erkennen: Das Optimistische Denken kann in mir Euphorie auslösen und Hoffnung geben, begegne ich dann aber der Realität und die Dinge gehen nicht so aus, wie ich mir diese Vorgestellt habe; so kann ich ein negatives Gefühl erleben, ein Gefühl von Dummheit, da die Ausgangslange logischerweise nicht anders zu erwarten war. Das realistische, das logische Denken bringt mich in eine neutrale Situation; ich werde keine grosse Erwartungshaltung haben, dass die Ausgangslage positiv, negativ oder auch neutral sein wird. Ich befinde mich in einer Situation, in der die Ausgangslage so sein wird, wie sie wird.

Aber was bringt es mir zu wissen, welche Persönlichkeitseigenschaft ich habe? Gibt es ein richtig oder falsch?

Wünschen wir uns alle nicht irgendwo einfach Seelenfrieden? Wenn ich herausfinden kann, welche Persönlichkeitseigenschaft ich habe, so kann ich lernen an diesen zu arbeiten. Erkenne ich mich als Optimist aber habe kein Gefühl von Realismus und begegne und erwarte ich die Dinge im Leben nur als positiv, so kann ich enttäuscht werden, und muss mich mit negativen Emotionen, Gedanken und Gefühlen auseinandersetzen, welche sich, sollten diese immer wieder passieren, mich zu einem Pessimisten machen. Erkenne ich, dass ich eher ein Pessimist bin, so muss ich mir die Frage stellen, wieso ich das bin und ob ich so bleiben will? Da es doch grundsätzlich nicht schön ist, die Welt nur in schwarz & weiss wahrzunehmen oder nicht – wir erinnern uns, an den oben genannten Punkt; Seelenfrieden – der jeder von uns strebt – so glaube ich.

Mein Fazit ist, dass es kein richtig oder falsch gibt, sondern nur die Vorteile des Lernens und des Persönlichkeitswachstums. Denn noch möchte ich sagen, dass das Zielen auf eine optimistische und realistische Grundhaltung mehr Vorteile mit sich bringt, als die eines pessimistischen. Eine negative Grundeinstellung bringt einem im Leben nicht weiter, man bleibt ein Gefangener seiner Vergangenheit und ist geprägt von konstant, negativen Gedanken – das ist doch nicht schön, oder?
Möchte ich denn nicht die Wunder, die Einzigartigkeit und die Vielfalt des Lebens, des Individuums und das Geschenk zu Leben erleben?

“You spend most of your life inside your head. Make sure it’s a nice place to be.”

Hiermit wünsche ich allen eine gute Reise, in das Innere des selbst.

Cheers.
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Hello and welcome back to Davesyndrom.

Today we are going to focus on the personality traits of optimism, pessimism and realism. In particular, I want to describe the thin line between optimism, pessimism and realism. This is my perception and thought process regarding this topic.

In my opinion, personality traits and basic attitudes such as, optimism, pessimism and realism are formed due to various factors that have a great influence on how a person approaches a thing, a situation or life:

-The experiences: Have I been very lucky in life, have I been very unlucky in life?
-The upbringing: Did I experience a lot of love and affection or did I experience anger or even violence?
-The reaction: Did I have good intentions and receive positive feedback or did I have good intentions but receive negative feedback?
-The mental health: Am I happy? Am I sad?
-The environment: Do I have an environment that encourages me or do I have an environment that drags me down?
-The daily media consumption: does my daily media consumption show me the beautiful or rather the negative events in the world? Bad news are good news.

These characteristics are actually nothing else than the inner attitude and expectation, which one has towards people, situations and life circumstances. I am firmly convinced that these qualities do not arise from the birth of the soul, but develop during life due to the above-mentioned points.

“I am not optimistic, pessimistic or realistic; just because I am who I am.”
The attitude of “this is who I am, take it or leave it” is still a sign of immaturity. As an adult, it’s your job to figure out which of your traits are toxic and negatively impacting other people and those you love, and eventually learn how to fix them. At some point, we all have to start making ourselves better people. If you truly believe that you don’t need to change anything about yourself, even if it’s the least worst thing in you, then you are still a child.

I firmly believe that these qualities can also be transformed, it is possible to go from being a pessimist to an optimist. The only question is how? How do I change my personality traits and my expectations?

How do I go from being an optimist to a pessimist and the opposite?
Let’s assume that I have not experienced any negative, formative events in my life so far and that fate has always meant it well with me. I have a good environment, a family that gives me a lot of love and affection and people who give me strength. Life goes well, I achieve the goals I set for myself – there is no reason to think pessimistically.
One day I wake up and my environment turns its back on me for no apparent reason, my friends distance themselves from me, a person who was close to me dies, I lose my job and my life partner separates from me. From being an optimist I am getting closer and closer to being a pessimist due to the above mentioned factors – life doesn’t mean it well with me anymore, so why should I have an optimistic attitude? – I see the future as a dark place and doubt the positive. I think we have all met older people whom we perceived as rather negative; they are always complaining, telling only about the negative, etc. Why? They have been through life, often aging is not nice. One gets sick, one experiences more deaths, the money from the pension is not enough, etc. They focus more on the negative events that are taking place right now than see the positive once, they experienced in their life.
If we turn these examples around, however, one might think that the path to becoming an optimist also seems so easy? In my opinion, this is not the case.

I think it seems easier to become a pessimist than an optimist. Negative experiences somehow just weigh more – don’t they? So we remember the negative things more than the positive ones.
I think the transformation from a pessimist to an optimist requires a lot of deep work with oneself, which in turn changes our perception of our world and ourselves. You have to learn to deal with your past and the factors that have led to a negative, pessimistic attitude, work through them and finally come to terms with them. You have to learn that in this life you can’t have an influence on everything and that even though you have experienced negative things, you realize that life is something beautiful and unique. There is no manual that shows you how to live a fulfilled life, there is no manual on how to be happy, however, by working on your thoughts; you can move mountains. Our thoughts, I believe, can be compared to a garden; if I feed it with good words, deeds and intentions despite negative experiences, they blossom. The more you plant positive, the more it develops into a personality trait. You just have to do something long enough until it becomes a routine or a trait. I keep catching myself in everyday situations with negative thoughts and I have to keep telling myself to stop. I have to keep telling myself to choose peace.

But what about realism?
Realism describes for me, the logical thinking; 1+1=2
I take a past experience, encounter a new experience and recognize 1:1 the same patterns. This in turn results in the fact that it is only logical to me that this situation will turn out like the situation I know. In my opinion, the balance between optimism and realism is very important to recognize: Optimistic thinking can trigger euphoria in me and give hope, but if I then encounter reality and things do not turn out the way I imagined them; I can experience a negative feeling, a feeling of stupidity, since the initial situation was logically not to be expected otherwise. The realistic, the logical thinking puts me in a neutral situation; I will not have a great expectation that the initial situation will be positive, negative or even neutral. I am in a situation where the initial situation will be what it will be.

But what good does it do me to know what personality trait I have? Is there a right or wrong?

Don’t we all just want peace of mind somewhere? If I can find out what personality trait I have, then I can learn to work on those. If I recognize myself as an optimist but have no sense of realism and only encounter and expect things in life to be positive, I can be disappointed and have to deal with negative emotions, thoughts and feelings which, if they keep happening, will turn me into a pessimist. If I realize that I am more of a pessimist, I have to ask myself why I am that and if I want to stay that way? Since it is not nice in principle to perceive the world only in black & white or not – we remember, the above point; peace of mind – which each of us strives for – I believe.

My conclusion is that there is no right or wrong, but only the benefits of learning and personality growth. For still I would like to say that aiming at an optimistic and realistic basic attitude brings more advantages than that of a pessimistic one. A negative attitude does not help you in life, you remain a prisoner of your past and you are marked by constant negative thoughts – that’s not nice, is it?
Don’t I want to experience the wonders, the uniqueness and the diversity of life, of the individual and the gift to live?

“You spend most of your life inside your head. Make sure it’s a nice place to be.”

I wish everyone a good journey, towards yourself.

Cheers.